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Im April und im November war ich in Süd Afrika und habe mich wieder auf den Weg von Johannesburg in den Norden nach Musina gemacht, um die Schule zu besuchen. Wie schon in den Vorjahren, hat es sich bewährt, den Besuch nicht vorher anzukündigen. Auch die sonst gut funktionierende Buschtrommel blieb stumm.

Schon bei der Einfahrt zum Schulgelände musste ich feststellen, dass das große eiserne Tor kaputt ist und der Zaun, der das gesamte Gelände umgibt, teilweise niedergerissen wurde. Die Mauer, auf die wir den Namen der Schule mit dem Hinweis auf die Unterstützung durch smiling children e.V. malen lassen wollen, ist fertig gestellt, aber der Maler hat bisher seine Arbeit nicht verrichtet.

Das Schulgelände fand ich, auf den ersten Blick, wieder in einem recht ordentlichen Zustand vor. Nach der herzlichen Begrüßung durch die Lehrerinnen Margret und Regina und ihren Kollegen, wurde mir eine neue Lehrerin vorgestellt. Da die Schule jetzt 131 Schüler hat, wurde eine zusätzliche Stelle genehmigt. Damit liegt die Kranenburg-Schule weit unter dem sonst in Musina üblichen Klassenteiler. In Nancyfield unterrichten die Lehrer teilweise 60 Kinder in einer Klasse. Einige Eltern schicken deshalb ihre Kinder lieber in die Kranenbrug-Schule. Leider   werden nach wie vor ca. 20 Kinder täglich, auf einem Pick up stehend, von Nancyfield die 20 km zur Kranenburg-Schule auf höchst gefährliche Art und Weise transportiert. Alle meine bisherigen Bemühungen, die Kinder mit dem Bus, der die Kinder von Wipe täglich zur Schule bringt, auch von Nancyfield ab zu holen, sind gescheitert. Der Busfahrer sitzt den ganzen Vormittag bis zum Schulschluss rum und spielt am Computer. Ich habe Margret erneut aufgefordert, beim Schulträger auch den Transport der Kinder von Nancyfield ein zu fordern. Sie hält dagegen, dass der Träger dann sagt, die Kinder sollen in Nancyfield zur Schule gehen und dies dann die Kranenburg-Schule schwächen würde.

Gelöst haben sich inzwischen die Probleme mit der Bezahlung der Stromrechnungen. Escom hat einen Prepaid-Zähler eingebaut und Margret bezahlt den Strom aus dem Schulbudget. Damit wurde auch die illegale Stromabzweigung durch Grace und ihre Familie unterbunden.

Margret und Regina berichten von massiven Problemen mit dem Ehemann von Grace (ist die Köchin der Schule, die auf dem Gelände wohnt). Dessen Schafe fressen alles, inklusive des im Schulgarten gepflanzten Gemüses, ab. Es kam deshalb zu heftigen Auseinandersetzungen. Auch kommen abends Arbeiter der Nachbarfarmen auf das Schulgelände, kaufen bei Grace Bier und geschmuggelte Zigaretten und veranstalten Saufgelage. Dementsprechend sieht das Gelände um die Hütte von Grace dann auch aus.

Um dieses Problem zu lösen, habe ich mit dem Ehemann von Grace gesprochen. Er weist jede Schuld von sich und glaubt, dass er auf dem Gelände tun kann, was er will, da er ja schon seit 15 Jahren hier wohnt. Ich habe ihn daran erinnert, dass er nur geduldet ist und dass das Gelände nach wie vor dem Farmer gehört, der es der Schule zu Nutzung überlassen hat.

Margret habe ich empfohlen, falls die Probleme weiter zu nehmen, sich eine neue Köchin zu suchen und Grace, mit ihre immer größer werdende Familie, zu kündigen. Wenn weniger Leute auf dem Gelände leben, sollte wieder Ruhe einkehren und die Sachbeschädigungen aufhören.

Vielleicht löst sich auch dadurch das zweite größere Problem, nämlich der Zustand der Toiletten. Wir hatten diese gebaut, damit die Kinder und die Lehrer ihre Notdurft nicht im Busch verrichten müssen. Inzwischen sind diese aber in einem solchen jämmerlichen Zustand, dass einem schlecht wird. Details spare ich mir. Wenn nur die Kinder und Lehrer Zutritt haben und ein Reinigungsdienst installiert wird, sollte es wieder besser werden.

Die Wunschliste der Schule ist wieder etwas länger geworden. Bestellt haben wir inzwischen neue Schulmöbel für die Kinderchen des sogenannten Grade R. Bei uns würde man Vorschulkinder sagen. Einen Laptop und eine Digitalkamera wünschen sich die Lehrer, um damit im Unterricht Lehr-Videos der Schulbehörde einsetzen zu können. Einen TV haben sie gespendet bekommen, aber die notwendige Sat-Antenne fehlt noch. Übrigens stehen die vom Zoll gespendeten Schrott-PC (alt und ohne Festplatten) immer noch rum, obwohl ich schon im April gesagt hatte, dass es sich nicht lohnt für eine Aufrüstung Geld in die Hand zu nehmen.

Mit Hilfe von Carmen und Arno habe ich versucht, den Painter kurzfristig dazu zu bringen, das Schild zu malen. Ich habe dann allerdings vergeblich zur verabredeten Zeit und am verabredeten Platz auf ihn gewartet. Arno will sich der Sache annehmen, damit wir bald das Hinweisschild in Augenschein nehmen können. Er kümmert sich auch um ein Angebot für die Reparatur des Tores und der Zäune. Der Zaun auf der  Ostseite wurde teilweise bei den letzten, heftigen Regenfällen durch die Wucht des Wassers umgedrückt und unterspült.
An dieser Stelle nochmals ein dickes Lob und unser Dank an Carmen und Arno Uttenweiler für ihre Unterstützung vor Ort.

Margret habe ich noch gebeten sich mit der evtl. Anlage einer Moringa-Plantage zu befassen. Sie kennt die Pflanze und ihre Vorzüge. Ihr Onkel hat Bäume in seinem Garten und sie selbst isst die getrockneten und geriebenen Blätter auch. Eine andere Schule in der Nähe von Polokwane hat vor einiger Zeit eine solche Plantage angelegt und damit verbessert die Versorgung der Kinder mit diversen Vitaminen und Mineralien.

Mit Elisa und ihren Zwillingen, Dunken und Amelton, habe ich wieder die langwierige Banktour gemacht und das Geld für die Kinder auf ihr Bankkonto eingezahlt. Die Jungs sind kräftig gewachsen, aber dünn wie Heringe, obwohl sie nicht hungern müssen. Mit ihren schulischen Leistungen ist Elisa sehr zu frieden. Dass sie, dank der Unterstützung aus Deutschland, gut versorgt sind, zeigen die Bilder.

Liebe Freunde und Spender, wie Sie sehen, vergeht kein Jahr, in dem keine Unterstützung der Kinder der Kranenburg-Schule notwendig ist. Der Busch fordert einen höheren Tribut an Gebäuden und Einrichtungen, als dies in unseren Breiten notwendig ist. Deshalb bitte ich Sie, auch weiterhin tatkräftig unsere Arbeit zu unterstützen.

Ihnen allen soll ich von den Schülerinnen, Schülern und Lehrern der Kranenburg-Schule, sowie von Elisa und ihren Zwillingen ein großes, herzliches Dankeschön übermitteln. Vielleicht findet Sie einmal den Weg nach Musina. Sie könnten sich dort dann selbst ein Bild machen, was sich in den letzten Jahren dort entwickelt hat. Wenn Sie Fragen zum Schulprojekt haben, dann können Sie mich gerne anrufen.

Harald Henzler

Ditzingen 2.12.2013

Smiling Children e.V. wird unterstützt von